GoMoPa: SHB Erlenhofpark München-Unterhaching: Rettung mit Wucherkredit?

Manfred und Jochen Resch aus Berlin

 

(ss) - Ende letzten Jahres haben zwei Drittel der 6.800 Kommanditisten des geschlossenen Immobilienfonds SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG einer Sanierung des Fonds zugestimmt, der seit 2005 rund 107 Millionen Euro in den Gewerbepark Erlenhof gepumpt hat, der aber keinen Nachmieter findet und dessen Verkaufswert laut Gutachten vom Sommer 2013 von einst 72 Millionen Euro auf nur noch 44 Millionen Euro gesunken ist.


Seit Juli 2013 wartet die ABN Amro Bank N.V. aus London auf die Rückzahlung eines Kredits in Höhe 42 Millionen Euro.

Ein Verkauf ohne Mieteinnahmen, also unter Wert, würde zwar die Bankschulden tilgen, käme aber einem praktischen Ende des Fonds gleich, der von Seiten der Anleger erstmals am 31. Dezember 2022 gekündigt werden sollte.

Bis dahin haben sich die Kommanditisten als so genannte ImmoRente-Sparer verpflichtet, noch 50 Millionen Euro in monatlichen Raten einzuzahlen. Dieses Ratensparen hält die Fondsgeschäfte am Leben. Prognostiziert war eine Verdoppelung des Kapitals.

Das war von vornherein ein Ding der Unmöglichkeit, schätzen die Resch Rechtsanwälte aus Berlin ein:

Zitat:

Nach dem Gesellschaftsvertrag sollten einschließlich stiller Beteiligungen 125 Millionen Euro eingesammelt werden. Versprochen ist, dass sich dieser Einsatz verdoppelt, mithin also ein Wertzuwachs auf 250 Millionen Euro erfolgen wird.

Mit rund 42 Millionen Euro ist die Immobilie mit Krediten belastet. Der Wert der Immobilie beträgt rund 50 Millionen Euro. Faktisch ist die Immobilie damit (fast) nichts wert. Eine Wertentwicklung dieser Immobilie auf 250 Millionen Euro war von vornherein unseriös. Das Versprechen, die Einlage werde sich verdoppeln, war von Anfang unseriös.


Das Geschäftsprinzip bestehe nach Einschätzung von Anwalt Jochen Resch im Augenblick nur aus Hoffnung auf einen Finanzierer, der die Umschuldung bezahlt.

Mit Schreiben vom 17. Februar 2015 ließ Fondsmanager Gerd Dombrowski (58) aus Dietramszell die Katze aus dem Sack, wie die Sanierung aussehen soll.

Die Gesellschafter (Kommanditisten) werden nun zur Abstimmung über einen Immobilien-Kredit zu Wucherzinsen aufgefordert.

Jochen Resch warnt:

Zitat:

Viele Anleger werden ratlos sein und das Schreiben nicht beantworten. Dabei gilt die Enthaltung als Zustimmung. Anleger sollten gegen das Konzept entscheiden.

Der Kreditgeber hat dem SHB Fonds Erlenhofpark viel Zeit gelassen. Jetzt ist die Geduld zu Ende. Ein neuer Kredit wird angeboten für den unglaublichen Zinssatz von 12,5 Prozent pro Jahr. Die Laufzeit beträgt 3 bis 5 Jahre. Und das in Zeiten, wo Immobilienkredite um die 2 Prozent kosten.

Nach Ende der Laufzeit des Kredites will dann die Fondsverwaltung erneut versuchen, einen normalen Kredit bei einer Bank zu erhalten. Eine Hoffnung, die sich bislang über fast zwei Jahre nicht erfüllt hat. Ob die Chancen dann besser stehen, sei dahingestellt.


Resch erinnert an die Aussage des Fondsgeschäftsführers Dombrowski anlässlich der Gesellschafterversammlung am 30. April 2014. Angesichts der desolaten Situation des Fonds, der schlechten Vermietungssituation, der damals ungeklärten Umschuldung und unter dem Eindruck herber Kritik an dem gesamten Fondskonzept forderte Fondsmanager Dombrowski die Anleger auf, weiter zu bezahlen, "dann geht es irgendwie weiter".

Obwohl auf derselben Veranstaltung der Beiratsvorsitzende und Anlageberater Bernhard Biel gestand: "Ich weiß, ihr seid alle betrogen worden."

Die Fondskomplementärin SHB Innovative Fondskonzepte AG aus dem Keltenring 10-12 in Oberhaching war von den Gründern des Vertriebs AFD GmbH an selber Stelle, Florian Schuh (53) aus Berg und Joachim Hiller (52) aus Ebersberg-Oberndorf, gegründet und geführt worden.

Der heutige Mitgeschäftsführer der AFD GmbH Georg Eberl (51) aus Ebersberg war bei der SHB Innovative Fondskonzepte AG Abteilungsleiter Provisionen.

Der Fonds investierte gar nicht direkt in die 6 Immobilienobjekte des Gewerbeparks Erlenhof, sondern in einen weiteren Fonds aus dem eigenen Haus, dem Gewerbezentrum Unterhaching Landthaler AG & Co. KG mit Sitz wie der SHB Fonds im Eisnteinring 28 in Aschheim.

Der SHB Fonds stellte 99,98 Prozent des Kommanditkapitals des Gewerbezentrumfonds, der laut letzten Finanzzahlen im Jahr 2012 ein Ergebnis von minus 14 Millionen Euro hinlegte und mit minus 4,8 Millionen Euro ein nicht durch Vermögen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten, also des SHB Fonds, aufwies.

Die Kommanditanteile des SHB Fonds an dem Gewerbefonds waren als Sicherheit an die ABN Amro Bank N.V. London verpfändet worden.

Gerd Dombrowskik, der die Geschäfte beider Fonds führt, ging noch beim Verfassens des Jahresabschlusses 2012 für den SHB Fonds am 14. April 2014 davon aus, dass das Pfand nicht in Anspruch genommen werde.

Warum auch, wenn die Kommanditanteile im Minus stehen! Der SHB Fonds musste für 2012 rund 16 Millionen Euro an Finanzanlagen abschreiben, wodurch der Wert der Finanzanlagen des SHB Fonds auf nur noch 15 Millionen Euro sank.

Die Sachanlagen des Fonds beliefen sich lediglich auf 115.000 Euro, weil es keine direkten Immobilieninvestments gab und somit auch die sogenannte ImmoRente für die Fondsanleger eine Farce darstellt.

Dieser vom Fondsbeirat auf der letzten Gesellschafterversammlung des SHB Fonds eingestandene "Betrug", soll nach Einschätzung von Anwalt Resch nun fortgesetzt werden, damit es frei nach Doppelfondsmanager Dombrowski "irgendwie weiter geht".

Die von Resch Rechtsanwälte vertretenen Anleger fordern, dass mit diesem Unfug Schluss gemacht wird.

Es sei unverantwortlich, noch einmal 50 Millionen Euro Anlegergelder einzufordern und damit der Gefahr auszusetzen, dass auch diese 50 Millionen Euro am Ende verloren sind.

Sie sollen nach den Ausführungen der Geschäftsführung nur zum Erhalt des Fonds dienen. Es wird nicht garantiert, dass die Anleger zumindest ihre Einlage wieder zurückerhalten. Vielmehr müssen die Anleger befürchten, dass ihr Geld am Ende komplett weg ist.

Der richtige Weg wäre, laut Jochen Resch, das Immobilienobjekt Erlenpark, dass sich inzwischen Sonnenhöfe nennt, zu verkaufen, den Kredit abzulösen und einen hoffentlich erwirtschafteten Überschuss an die Anleger auszuzahlen, wobei fairerweise die Anleger bevorzugt werden sollten, die ihre Einlage bereits voll eingezahlt haben.

Resch rät daher, gegen die Umfinanzierung stimmen und sich nicht der Stimme zu enthalten. Es mache keinen Sinn, das Projekt weiter um jeden Preis am Leben zu erhalten. Nun denn...

Imagefilm

Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.