CapitalUs:
Finger weg - Plattform steht unter Betrugsverdacht
08.10.2026 Haben Sie über CapitalUs investiert und läuft die Auszahlung ins Leere, dann sind Sie von Anlagebetrug betroffen. Die Plattform nutzt die Website de-capitalus(.)com und tritt zugleich unter der Bezeichnung Decapitalus auf. Die BaFin warnt vor den Angeboten und beschreibt einen zweifachen Identitätsmissbrauch im Zusammenhang mit angeblichen Zertifikaten. Lesen Sie diesen Artikel.
Jochen Resch, Geschäftsführer & Fachanwalt
Jochen Resch, Geschäftsführer & Fachanwalt
BaFin-Warnung zu CapitalUs ernst nehmen
Die BaFin als Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht warnt vor den Angeboten auf de-capitalus(.)com. Die Behörde teilt mit, dass ihr keine Hinweise vorliegen, wonach die genannten australischen Gesellschaften mit der Website oder den dort beworbenen Angeboten verbunden sind. Damit steht fest, dass CapitalUs als Krypto-Betrug einzuordnen ist und dass die Außendarstellung auf Täuschung angelegt ist.
CapitalUs und Decapitalus als wechselnde Marken
Der Betreiber tritt unter der Bezeichnung Decapitalus auf und nutzt zugleich den Plattformnamen CapitalUs. Solche Namenswechsel sind ein typisches Muster beim Trading-Betrug und beim Krypto-Betrug. Betroffene berichten in ihren Erfahrungen häufig von professionell wirkenden Oberflächen und schnellen Reaktionen durch angebliche Broker. Die spätere Realität zeigt dann eine andere Bewertung, weil Auszahlungen blockiert oder an neue Bedingungen geknüpft werden.
Gibt es die CapitalUs Plattform wirklich?
CapitalUs ist eine Inszenierung, die Seriosität darstellen soll. Als Geschäftssitz wird Brüssel in Belgien genannt, doch entscheidend ist die Funktionsweise der Show. Die Täter erzeugen den Eindruck eines echten Krypto-Trading Kontos und eines echten Depots, obwohl tatsächlich nur eine Oberfläche gesteuert wird. Echte Depots werden bei regulierten Stellen geführt und echte Transaktionen lassen sich nachvollziehen, was bei CapitalUs gerade nicht im Vordergrund steht.
Identitätsmissbrauch mit australischen Zertifikaten bei CapitalUs
Auf de-capitalus(.)com verweist der Betreiber auf zwei Zertifikate, die angeblich von der Capital Finance Australia Limited sowie der Hmc Capital Investments Limited stammen. Das erstgenannte Unternehmen ist bei der APRA, der Australian Prudential Regulation Authority, registriert. Das zweite Unternehmen ist bei der ASIC, der Australian Securities and Investments Commission, registriert. Die BaFin erklärt jedoch, dass keine Informationen zu einer Verbindung bestehen, weshalb ein zweifacher Identitätsmissbrauch vorliegt.
CapitalUs zahlt nicht aus und fordert weitere Einzahlungen
Beim Anlagebetrug geht es den Tätern um fortlaufende Zahlungen. Häufig werden neue Begründungen genannt, bevor eine Auszahlung erfolgen soll, etwa Gebühren, Steuern oder angebliche Compliance Prüfungen. Wer solche Anforderungen erfüllt, erhält regelmäßig weitere Forderungen. Viele Erfahrungen zeigen, dass der Kontakt dann über Callcenter, Chat oder E Mail Druck aufbaut und die Betroffenen zu weiteren Überweisungen drängt.
Ohne echte Bankkonten läuft der CapitalUs Betrug nicht
Anlagebetrug funktioniert nur, wenn Zahlungen über echte Bankkonten oder Zahlungsdienstleister geleitet werden. Genau dort setzt die Rückholung an. Wir identifizieren die Inhaber der Konten des Geldwäschenetzwerks und holen das Geld zurück, denn ohne echte Konten geht der Betrug nicht. Dabei prüfen wir auch Ansätze nach § 261 StGB, weil die Verschiebung der Gelder regelmäßig Geldwäschemerkmale erfüllt.
Wer Geld zurückerhält muss Geldwäsche vermeiden
Die Täter zahlen manchmal kleinere Beträge aus, um Vertrauen zu erzeugen. Wer Geld von einer Betrugsplattform erhält könnte sich ggf. selbst der Geldwäsche strafbar gemacht haben, wenn er solche Gelder weiterleitet oder verschleiert. Sichern Sie daher alle Nachweise und handeln Sie strukturiert. Eine saubere Dokumentation verbessert zugleich die zivilrechtliche Durchsetzung.
Juristische Einordnung von CapitalUs als Anlagebetrug
Anlagebetrug liegt vor, wenn jemand über tatsächliche Umstände täuscht, um dem Gegenüber Geld zu entziehen. Bei CapitalUs sprechen die BaFin Warnung und der festgestellte Identitätsmissbrauch für ein planmäßiges Täuschungskonzept. Strafrechtlich kommen § 263 StGB und je nach Ausgestaltung § 264a StGB in Betracht, zudem § 261 StGB wegen der Weiterleitung der Gelder. Zivilrechtlich sind Rückforderungsansprüche aus § 812 BGB möglich sowie Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.
Erlaubnispflicht und mögliche Verstöße nach § 32 KWG
Wer in Deutschland Finanzdienstleistungen anbietet benötigt regelmäßig eine Erlaubnis nach § 32 KWG. Die BaFin Warnung ist ein starkes Indiz dafür, dass CapitalUs ohne die erforderliche Aufsicht und Erlaubnis agiert. Für Betroffene ist dies auch für die Bewertung wichtig, ob sie sich auf die Aussagen der Plattform verlassen konnten. Für die Anspruchsdurchsetzung zählt jedoch vor allem die Spur des Geldes.
Was tun nach Erfahrungen mit CapitalUs? Checkliste
- Leisten Sie keine weiteren Zahlungen an CapitalUs oder Decapitalus.
- Sichern Sie Kontoauszüge, Wallet Daten, Chats, E Mails und Screenshots der Plattform.
- Notieren Sie alle Empfängerkonten und Zahlungsdienstleister sowie Verwendungszwecke.
- Erstatten Sie Strafanzeige wegen Betrugs nach § 263 StGB und erwähnen Sie die BaFin Warnung.
- Nehmen Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch, um Ansprüche gegen Kontoinhaber und Hintermänner durchzusetzen.
RESCH Rechtsanwälte setzt Ihre Ansprüche durch
RESCH Rechtsanwälte ist eine Großkanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht mit 40 Jahren Erfahrung in Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Seit 40 Jahren holen wir Ihr Geld zurück. Unsere Anwälte verfolgen konsequent die Spur des Geldes. Ziel ist es, die Kontoinhaber des Geldwäschenetzwerks zu identifizieren und die Gelder unserer Mandanten zurückzuholen.
Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihr Geld von Plattform CapitalUs zurückbekommen können, sollten Sie jetzt Kontakt zu RESCH Rechtsanwälte aufnehmen. Sie erreichen uns telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Kontaktformular auf unserer Website. Unsere Anwälte prüfen Ihren Fall und zeigen Ihnen den rechtlichen Weg zurück zu Ihrem Geld.
FAQ zu CapitalUs und Decapitalus
Wie stufen Aufsichtsbehörden die Plattform CapitalUs ein?
Die BaFin warnt ausdrücklich vor den Angeboten auf de-capitalus.com und stellt klar, dass keine Verbindung zu den genannten australischen Gesellschaften besteht, was stark für Krypto-Betrug und Anlagebetrug spricht.
Woran erkenne ich den Betrug mit CapitalUs und Decapitalus?
Typisch sind professionell wirkende Trading-Oberflächen, scheinbare Krypto-Depots, schnelle Reaktionen angeblicher Broker sowie blockierte Auszahlungen, die an immer neue Bedingungen und Zahlungen geknüpft werden.
Sind die angeblichen Zertifikate aus Australien echt?
Die australischen Unternehmen Capital Finance Australia Limited und Hmc Capital Investments Limited sind zwar bei APRA bzw. ASIC registriert, doch die BaFin sieht keine Verbindung zu CapitalUs, sodass von Identitätsmissbrauch auszugehen ist.
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei Zahlungen an CapitalUs?
Strafrechtlich kommen insbesondere Betrug nach § 263 StGB, je nach Ausgestaltung § 264a StGB sowie Geldwäsche nach § 261 StGB in Betracht; zivilrechtlich können Rückforderungsansprüche aus § 812 BGB und Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB bestehen.


