Finnische FIN-FSA & Spanische CNMV von Betrügern kopiert

Betrüger täuschen Finanzaufsichtsbehörde vor und kontaktieren Trading-Opfer

Warnung vor Fake-Behörden! Bitter genug, wenn Anleger beim Online-Trading miese Erfahrungen auf unseriösen Trading-Plattformen machen, sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Betreiber derartiger Sites fälschen Bewertungen auf bekannten Bewertungsportalen, klonen manchmal real existierende Firmen und es ist somit – selbst für erfahrene Trader – schwer, den seriösen vom unseriösen Broker zu unterscheiden. Umso schlimmer, wenn dann der „rettende Engel“ in Form einer Finanzaufsichtsbehörde erscheint und den Trading-Opfern vorgaukelt, man hätte Geld gesichert und es würde nun zur Auszahlung bereitstehen. Was keiner ahnt: Das sind ebenfalls Betrüger, ein Follow-Up-Scam (Folgebetrug) ist im Anmarsch. So werden die Trading-Opfer von damals erneut zur Zielscheibe von Kriminellen und der finanzielle Schaden wird nur noch größer.
 


Der Fall FIN-FSA: Die perfekte Kopie der finnischen Aufsichtsbehörde Finanssivalvonta

Es erreichten uns in den letzten Wochen gleich mehrere Anfragen zu E-Mails, die den Absender lawyer@finanssivalvonta.io betreffen. Einstige Trading-Opfer wurden von dem Absender dieser E-Mail, der sich laut E-Mail-Adresse als Anwalt präsentiert, kontaktiert und darüber informiert, dass einst beim Online-Trading verlorenes Geld nun gefunden wurde und zur Auszahlung bereitstehen würde. Hier wurde auch die Website-Domain finanssivalvonta.io mit angegeben – das sollte angeblich dann die Website der finnischen FIN-FSA sein.

Ruft man sich die Website auf, so erscheint tatsächlich eine Website, die exakt so aussieht, wie die der finnischen Finanzaufsichtsbehörde. Doch Achtung! Die Website mit der Domain finanssivalvonta.io ist bloß eine Kopie der echten Website, die an einer anderen Endung zu erkennen ist, die echte Webadresse lautet finanssivalvonta.fi! Dieses kleine Detail – .fi – unterscheidet die echte Website der realen Behörde von der gefälschten Website der Betrüger, die auf .io endet!

Ansonsten sehen beide Seiten gleich aus, was es für Anleger schwierig gestaltet, Wahrheit von Fiktion zu unterscheiden! Fallen Sie somit nicht drauf herein, die echte FIN-FSA würde Sie zudem niemals dazu auffordern, über Telegram oder WhatsApp zu kommunizieren und dort sensible Daten auszutauschen, was aber genauso in benannter E-Mail verlangt wurde. So etwas ist nicht seriös!

Die Fake-Domain finanssivalvonta.io wurde zudem erst am 14.02.2024 (in anonymisierter Form wohlgemerkt) bei Hostinger, UAB registriert, was keinen Sinn ergibt, denn die FIN-FSA existiert schon seit vielen, vielen Jahren!

Der Fall CNMV: Die Kopie der spanischen Comisión Nacional del Mercado de Valores

In diesem Fall wurden uns bekannte Opfer vermeintlich von einer internationalen Organisation, der Europäischen Kommission für die Finanzaufsicht (angeblich soll diese mit den Buchstaben „CNMV“ abgekürzt werden), kontaktiert, die – so wurde es in der E-Mail angegeben – mit der E-Mail-Adresse chargeback@cmnv.eu operiert. In diesem Fall wurden ebenfalls einst beim Online-Trading verlorene Gelder in Aussicht gestellt. Innerhalb dieses Konstrukts stimmen so einige Details nicht, schauen wir uns die von uns gefundenen Fehler einmal genauer an.

Der erste, gravierende Fehler innerhalb dieses Konstrukts ist die Tatsache, dass die seitens der Betrüger angegebene Abkürzung „CNMV“ nicht für die propagierte Europäische Kommission für Finanzaufsicht steht, sondern in Wahrheit die Abkürzung der spanischen Finanzaufsichtsbehörde namens Comisión Nacional del Mercado de Valores ist. Und genau diese bekommt man – leider und gravierenderweise – feilgeboten, wenn man sich die Domain der Betrugswebsite aufruft, die man der E-Mail-Adresse entnehmen kann – cmnv.eu! Geschädigte könnten somit meinen, sie würden sich auf der Website der echten CNMV befinden, doch weit gefehlt!

Die ebengenannte Domain – cmnv.eu – verdeutlicht auch schon den nächsten Fehler innerhalb dieses betrügerischen Gebildes. Denn ruft man sich diese auf, dann sieht es so aus, als wäre man auf der Website der echten, spanischen Comisión Nacional del Mercado de Valores, kurz: CNMV. Die Website sieht exakt so aus wie die echte Website. Doch auch hier konnten unsere In-House-Ermittler schnell dechiffrieren, an welchen Stellen potenzielle Fehler zu finden sind. Ein Fehler in der Webadresse ist etwa die Tatsache, dass die Endung der echten CNMV-Webadresse eine andere ist, denn die echte Website der spanischen Behörde ist über die Webadresse cnmv.es abrufbar, die Endung lautet .es und nicht – wie im Falle der Betrugswebsite – .eu! Zudem gibt es einen weiteren, kleinen aber feinen Unterschied innerhalb der beiden Webadressen cmnv.eu und cnmv.es: Die Buchstaben „nm“ in der echten Webadresse wurden innerhalb der betrügerischen Webadresse vertauscht, dort lauten sie „mn“. Ein Buchstabendreher, der es in sich hat und die legalen Akteure von den betrügerischen unterscheidet!

Achtung demnach, de echte spanische Behörde operiert mit der Webadresse cnmv.es und nicht mit der Webadresse cmnv.eu! Seien Sie auf der Hut! Und auch im Fall der CNMV-Fälschung passt das Registrierungsdatum der fake-Domain cmnv.eu nicht zum Existenzzeitraum der echten Behörde. Die fake-Domain wurde nämlich erst am 24.02.2024 bei Hostinger, UAB registriert, in anonymisierter Form. Die echte spanische CNMV existiert sicher nicht erst seit Februar 2024!
 


Fazit: Schauen Sie genau hin, wenn Behörden Sie kontaktieren und Geld auszahlen wollen

Vorsicht, wenn vermeintliche Behörden Sie kontaktieren und Ihnen weismachen möchten, es würden Gelder für Sie zur Auszahlung bereitstehen, nachdem Sie irgendwann in der Vergangenheit mal beim Online-Trading Kapital auf dubiosen Trading-Websites verloren haben. Schauen Sie ganz genau hin, wer Sie dort vorgeblich kontaktiert. Der „rettende Engel“ kann hierbei in verschiedenen Gestalten erscheinen, sei es in den Form der eben detailliert beschriebenen Behörden CNMV bzw. FIN-FSA, oder als US-Amerikanisches FBI, als polnische Finanzaufsichtsbehörde KNF, als britische FCA, als Mitarbeiter von Blockchain, als österreichisches Betrugsdezernat (ÖBD), als Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung (EAFB), als vermeintliches Recovery-Unternehmen (ein Beispiel hierfür ist Chase McKenzie Global Debt Recoveries) oder als Trading-Plattform, die nun damit beauftragt wurde, die Gelder der Opfer von damals auszukehren, etwa Sitalix.

All das ist Betrug! Es stehen keine Gelder für Sie bereit! Man will lediglich noch mehr Geld aus Ihnen herauspressen, denn all die eben aufgezählten Institutionen werden Ihnen früher oder später mitteilen, dass Sie angeblich noch ein paar Steuern oder andere Gebühren begleichen müssen, bevor die anstehende Summe ausgezahlt werden kann – zu der angekündigten Auszahlung wird aber nie kommen! Lassen Sie sich somit keinesfalls auf irgendwelche Überweisungen oder Transfers von Kryptowährungen (BTC, ETH und Co.) ein, Sie verlieren in dieser Situation lediglich noch mehr Kapital.

Haben Sie die fingierten Steuern und Gebühren bereits gezahlt?

Die Grenzen zwischen legitimen Investmentmöglichkeiten und betrügerischen Angeboten verbleichen heutzutage, die Risiken von Anlagebetrügereien und darauffolgenden Folgebetrügereien steigen stetig an. Angesichts dieser Bedrohungen hat sich unsere Anwaltskanzlei dem Kampf gegen derartige Scams verpflichtet. Wir bieten nicht nur einen Lichtblick für diejenigen, die in die Schlingen der durchtriebenen Online-Betrüger getappt sind, sondern auch professionellen Support, um das abhandengekommene Kapital, welches im Rahmen des Follow-Up-Scams unter Vortäuschung falscher Tatsachen entwendet wurde, zurückzuholen.

Fachliche Kompetenz im Dienste der Anlagebetrugsopfer

Unsere Kanzlei zeichnet sich durch ein tiefgreifendes Verständnis der Anlagebetrugsmechanismen und durch den Einsatz diverser Spitzentechnologien aus. Mit Werkzeugen wie Chainalysis, dem weltweit führenden Tool zur Verfolgung von Kryptowährungstransaktionen in der Blockchain, sind wir in der Lage, selbst die verschlungensten Pfade illegaler Transaktionen nachzuverfolgen und die Vermögenswerte der Opfer innerhalb der Blockchain zu identifizieren. Unser Hand in Hand arbeitendes Team, bestehend aus rund 40 Spezialisten, darunter Anwälte, IT-Experten und In-House-Ermittler, bietet eine umfassende Betreuung für Opfer von Online-Anlagebetrug.

Maßgeschneiderte Hilfe für Betroffene

Der erste Schritt zur Bekämpfung eines Follow-Up-Scams ist oft der schwierigste. Um diesen Prozess handlicher zu gestalten, bieten wir eine unverbindliche und kostenfreie Ersteinschätzung Ihres Falles an. Diese Konsultation ermöglicht es uns, die außergewöhnlichen Umstände jedes Falles zu beurteilen und eine maßgeschneiderte Zielsetzung für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Wir sind über die Telefon-Nr. +49 (0)30 8859770 sowie über unser Online-Kontaktformular erreichbar.

02.04.2024



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