Anlagebetrug – was tun?
Erste Schritte für betrogene Anleger
Immer mehr Menschen werden Opfer eines Anlagebetrugs. Der Anlagebetrug weitet sich durch die neuen technischen Möglichkeiten des Internets schnell aus – er wird zum Online-Anlagebetrug. Mit Anzeigen im Internet locken die Anlagebetrüger die Interessenten auf ihre Webseiten und verfolgen sie dann mit Anrufen. Die Anrufer sind vorgeblich Experten aus der Finanzwelt, versprechen einmalige Chancen mit hohen Gewinnen. Wenn der Broker nicht auszahlt, kommen erste Zweifel auf. Was können Anleger tun, um Anlagebetrüger zu entlarven?
Wie entlarvt man Anlagebetrüger?
Auch dem Laien fiele es nicht schwer, die Anlagebetrüger zu entlarven, wenn er nicht arglos wäre. Dazu kommt, dass der Anlagebetrug in den unterschiedlichen Varianten auftritt – von Schnellballsystemen bis zu betrügerischen Online Trading-Plattformen.
Die folgenden 10 Hinweise könnten dem Anleger helfen:
- Prüfen Sie, ob es Warnungen zu der betrügerischen Online-Plattform gibt!
- Schauen Sie regelmäßig in die Warnlisten der Aufsichtsbehörden!
- Prüfen Sie die Schwarze Liste zu den Brokern!
- Fordern Sie Ihr Geld zurück!
- Broker zahlt nicht aus, sondern fordert mehr Geld!
- Leisten Sie keine weiteren Zahlungen!
- Machen Sie Screenshots von der Online-Plattform!
- Sichern Sie alle Dokumente zu dem Online-Anlagebetrug!
- Sichern Sie die Transaktionsgeschichte, wenn Sie über Krypto eingezahlt haben!
- Fordern Sie über Bank den Rückruf, wenn Sie nicht über Krypto gezahlt haben!
Ist es wirklich Anlagebetrug?
Auch wenn die obigen Hinweise beachtet sind, bleibt für den Anleger die Herausforderung, den Anlegerbetrug gemäß § 263 StGB zu beweisen. Nicht jedes Online Trading ist Betrug. Probleme mit Rückzahlungen kann es auch bei seriösen Brokern geben. Nicht jeder Kauf von Aktien über Online-Plattformen muss Anlagebetrug sein.
Experte sollte Voraussetzungen für Anlagebetrug prüfen
Der Anlagebetrug gemäß § 263 StGB setzt eine Täuschung über Tatsachen durch den Anlagebetrüger voraus. Der Anlagebetrüger muss die Absicht haben, sich damit einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Der Anleger muss einen Schaden erleiden, weil er dem Anlagebetrüger seinen Einsatz überweist. Den Anlagebetrug nachzuweisen, wird wohl kaum ein Anleger ohne die Hilfe eines auf Anlagebetrugs spezialisierten Rechtanwalt schaffen.
Welche Variante des Anlagebetrugs ist es!
Aus der Definition des Anlagebetrugs wird deutlich, dass allein der Online-Anlagebetrug unzählige Varianten umfasst. Entsprechend unterschiedlich sind die Herangehensweisen. Wenn hier von Anlagebetrug die Rede ist, beziehen sich diese auf die aktuellen Online Anlagebetrugsmaschen. Dazu gehören Schneeballsysteme, Festgeldanlagen, Angebote zum Kauf von Aktien und vor allem auch die Online Trading Betrugsmasche aber auch die Kryptowährung Betrugsmasche.
Vorgehensweise bei Schneeballsystem Anlagebetrug
Beim Schneeballsystem läuft am Anfang alles gut, weil genug neue Anleger frisches Geld in das Schneeball-Anlagebetrugsmodell pumpen, womit die alten Anleger ausgezahlt werden? Weil nicht unbegrenzt neue Kapitalgeber akquiriert werden können, ist jedes Schneeballsystem zum Zusammenbruch verdammt. Deswegen ist es Anlagebetrug.
Schneeballsysteme laufen oft über Empfehlungsmarketing, also echte Personen agieren als Initiatoren, Influencer und Empfehlungsgeber im Rahmen einer Provisionspyramide. Das Betreiben eines Schneeballsystems ist strafbar. Weil die Initiatoren und Vertriebler auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden können, muss der auf Anlagebetrug fokussierte Anwalt entsprechende zivilrechtliche Schritte prüfen.
Anlagebetrug mit Festgeldern und falschen Aktien
Betrügerische Online Plattformen bieten vielfach auch Festgeldanlagen und falsche Aktien an. Spätestens mit Ablauf des Festgeldes merkt der Anleger, dass es die Online-Plattform nicht mehr gibt. Dem Käufer falscher Aktien wacht auf, wenn er die Aktien in sein Depot übertragen will. Was ist hier zu tun? Vom Anlagebetrug Anwalt muss die Spur des Geldes verfolgt werden. Ein komplexer Vorgang, bei auf ein internationales Netzwerk von Experten zurückgegriffen werden muss, denn keiner dieser Fälle des Anlagebetrugs hat nur nationalen Bezug.
Geld zurück bei Anlagebetrug über Online Trading-Plattformen
Was tun, wenn der Anleger das Opfer einer betrügerischen Online-Trading Plattform geworden ist? Das ist die derzeit wohl am weitesten verbreitete Form des Online Anlagebetrugs. Hier werden Anleger von betrügerischen Brokern überredet, hohe Summe ins Trading zu investieren, also den Handel mit Kryptowährungen, Aktien, CFDs oder Rohstoffen. Mit 250 Euro steigt der Trader ein und erlebt, wie sein Einsatz rasant erstaunliche Gewinne erwirtschaftet.
Der Anleger bemerkt nicht, dass er einem Online Anlagebetrug aufgesessen ist und kein einziger Euro investiert wurde. Das Geld ist gleich in die Taschen der Anlagebetrüger geflossen. Erst wenn er sein Geld zurückverlangt, beginnen die Probleme mit dem Broker. Der Broker zahlt nicht aus! Die Auszahlung wird an Bedingungen geknüpft, es müssen angeblich noch Steuern, Gebühren usw. gezahlt werden. Alles Lüge. Der Broker ist ein Betrüger.
Hätte der Blick auf die Broker Warnungen geholfen?
Die Broker Warnungen kommen für die meisten Trading Opfer zu spät. Zu lange können die betrügerischen Plattformen, gleich ob sie Aktien oder Festgelder anbieten, oder wenn sie betrügerische Online Trading-Plattformen sind, unter dem Radarschirm arbeiten. Solange alles gut läuft, kommen keine Zweifel auf. Täglich gehen dutzende Betrugsplattformen online und können oft über Monate ungestört arbeiten, bis eine Broker Warnung erscheint und die Anlagebetrüger auffliegen. Dann wird die Webseite abgeschaltet und die nächste Betrüger Plattform geht online.
Deswegen haben die Warnungen der Schwarze Liste der Broker, die Warnungen der Aufsichtsbehörden keine präventive Wirkung. Trotzdem sind sie wichtig, um bei Anlegern und Trading Opfern noch größeren Schaden zu vermeiden. Auch deshalb werden bei RESCH Rechtsanwälte täglich vier Warnungen unter Aktuelles veröffentlicht. Zu erwähnen ist auch die Warnliste Geldanlage von Finanztest und die Warnungen der SGK Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger als private Institutionen. Wichtig sind die Warnungen der BaFin, der eidgenössischen FINMA und der österreichischen FMA für den Anlagebetrug in Deutschland, in Österreich und der Schweiz.
Was muss der Anleger tun, wenn diese Warnungen liest? Er sollte einen auf Anlegebetrug spezialisierten Anwalt konsultieren!
Welchen Sinn macht Strafanzeige bei Anlagebetrug?
In einem ersten Reflex laufen die Betrogenen oft zur nächsten Polizeidienststelle und erstatten Anzeige wegen Anlagebetrug. Dieser Reflex ist verständlich, aber führt regelmäßig nicht dazu, dass die Opfer des Anlagebetrugs ihr eingesetztes Geld zurückerhalten. Oft werden in der Strafanzeige nicht die für den Anlagebetrug erforderlichen Fakten herausgearbeitet.
Die betrogenen Anleger gehen zudem von der falschen Annahme aus, dass die Strafverfolgung dazu dient, ihnen ihr Geld wiederzubeschaffen. Das gilt nur eingeschränkt. Die Strafverfolgung dient vorrangig dazu, die Täter zu bestrafen. Für die Rückgewinnung des Geldes müssen noch weitere Voraussetzungen geschaffen werden.
Kurz zusammengefasst: Eine Strafanzeige wegen Anlagebetrug zu stellen, reicht nicht. Es muss die Spur des Geldes verfolgt werden.
Wie bekommen Anlagebetrugs-Opfer ihr Geld zurück?
Die Opfer eines Anlagebetrugs wollen doch meist nur ihr Geld zurück. Und hier liegt der richtige Ansatz. Früher sagte man, Geld ist nie weg, Geld ist nur woanders. Heute kann man die Spur des Geldes digital verfolgen.
Wenn die Täter die technischen Möglichkeiten des Internets zum Aufbau ihrer Anlagebetrugssysteme nutzen, lassen sich diese Techniken genauso zu einem guten Zweck nutzen. In der heutigen Zeit sind finanzielle Transaktionen regelmäßig zu verfolgen und nachzuweisen.
Das gilt auch für die Bitcoin Betrugsmasche, bei der die Einzahlung über einen Cryptoexchange, wie z.B. Coinbase, Kraken, oder Binance erfolgt ist und in der Blockchain verschwunden ist.
RESCH Rechtsanwälte sind Partner von Chainalysis, weltweit führend in der Verfolgung von Geldern in der Blockchain. Damit kann die Kryptowährung Betrugsmasche wirksam bekämpft werden.
Aber all das reicht alleine nicht. Der auf Trading spezialisierte Anwalt muss über ein internationales Netzwerk von Juristen und Ermittlern verfügen.
Auch bei Anlagebetrug kommt es auf Einzelfall an
Wie jedem Leser dieses Artikels zum Anlagebetrug klar sein wird, kommt es nicht nur auf den jeweiligen Einzelfall an, sondern die Ermittlungen hierzu sind überaus komplex und sprengen den Rahmen eines solchen Artikels über Anlagebetrug. Gleichwohl sollte sich jeder betrogene Anleger darüber im Klaren sein, dass es bei einem Anlagebetrug zahlreiche Möglichkeiten gibt, wie die Opfer eines Anlagebetrugs ihr Geld zurückholen können.
RESCH Rechtsanwälte – Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986
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Update 08.05.2023


